„Ich wollte die Welt schöner machen und das basiert bei mir auf Musik.“

Christoph Marty ist 31 Jahre alt und seit August Musiklehrer an der Stiftsschule. Er ist in einer Band und in einem Ensemble und hat mit einer Klasse bereits einen Videoclip gemacht.

Seit wann beschäftigen Sie sich mit Musik?

(lacht) Tja, das geht weit in die Vergangenheit zurück… Also ich sage es mal so: Mit sieben Jahren habe ich mit Blockflöte angefangen, das war aber nicht sehr ernst, mit neun Jahren habe ich es mit Klarinette versucht. Und so ging es dann immer weiter: Ich spielte mal dort mal da, doch ernster wurde es, als ich so 13, 14 Jahre alt war: Da habe ich angefangen, wirklich zu üben.

Was gefällt Ihnen an Musik am meisten? 

Musik ist schon etwas sehr Grundlegendes, das jetzt vor allem mein, aber auch das Leben anderer durchfliesst. Und was mir daran am meisten gefällt? (überlegt) Ich würde sagen, es bietet die Möglichkeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen, sehr weit rauszugehen – man ist eigentlich nie fertig, das ist etwas Schönes.

Welche Musik entspricht am ehesten ihrem Charakter?

Wahrscheinlich ist es die Musik, die ich selber mache. Falls du dir „meine Musik“ mal anhören möchtest, dort wo ich am meisten „schöpfe“, ist eine Gruppe, die „Steve!“ heisst. Steve mit Ausrufezeichen, das kannst du, wenn du möchtest, einmal googeln: steveruft.ch

Was ist das Tollste an dem Beruf Lehrer?

Du bist im Austausch mit Schülerinnen und Schüler. Das ist etwas sehr Lebendiges, sehr Tolles. Man ist mit etwa 20 Leuten im Klassenzimmer, die das Zimmer beleben; du bietest als Lehrer etwas und diskutierst hinterher mit vielen (mehr oder weniger) interessierten Leuten darüber, das ist schon ein tolles Geschenk. Auch die aktive Beschäftigung mit verschiedenen Materien, ist etwas Schönes.

Warum sind Sie Musiklehrer geworden?

Für mich hat sich die Frage nach dem Fach gar nicht gestellt, ich war zuerst Musiker, so war Musik einfach zuerst da. Ich wollte dieses Sendungsbewusstsein hervorbringen, ich wollte die Welt schöner machen und das basierte bei mir auf Musik.

Was ist Ihr schönstes oder lustigstes Erlebnis mit einer Klasse?

Das schönste Erlebnis ist mit einer Klasse in Altdorf passiert; da habe ich mit einer Klasse einen Videoclip gemacht zu einem Popsong von Jonas Blue „Perfect Stranges“. Wir haben es  mit einem Klavier, das von zwei Schülern gespielt wurde, eingespielt, jemand hat E-Bass, ein anderer Schlagzeug gespielt und ein Haufen hat gesungen. Den Film haben sie selber gedreht und zu einem grossen Teil selber zusammengeschnitten. Das ist einfach sehr schön herausgekommen und auch noch recht witzig gewesen. Das ist so das Schönste, was ich bis jetzt mit einer Klasse erlebt habe.

Was ist Ihr Lieblings Musikstil? Oder was ist die Musik, die Sie am meisten hören?

Hauptsächlich die, mit der ich mich am meisten beschäftige. Jetzt gerade habe ich viel Klassisches gehört, ich gebe in einer Woche ein Konzert: das Beethoven-Violin-Konzert. Es kommt immer so darauf an, was gerade ansteht, aber alles in allem höre ich jeden Tag Radio, meistens SRF2.

Haben sie ein Lied, das Ihnen am meisten gefällt?

Ich höre die Musik von meinem Bruder sehr gerne. Er hat eine Rockband und möchte Musiker werden, aber da ist ja auch die emotionale Verbindung schon da.

Was finden Sie, ist im Moment die aktuellste Musik?

Also aktuell ist das, was neu ist. Es läuft ja viel im populären Bereich: Es kommen laufend neue Songs raus. Ich spiele in einem Ensemble für zeitgenössische Musik, da gibt es Strömungen, die sehr aktiv sind. Wir hatten gerade eine Aufführung – das ist schwierig zu sagen, ob das jetzt aktuell ist. Das zeichnet sich erst später ab, wieviel Einfluss so ein Stück oder ein Album hat auf das, was nachher noch kommt. Wen ich jetzt ein Stück nennen soll, dann wäre das Little Hollywood.

Was sind Ihre Hobbys neben Musik?

Malen und Langlaufen, wir haben auch einen Garten zuhause, da arbeite ich auch gerne und ich habe zwei Kinder. Wenn ich Freizeit habe, dann schaue ich mit ihnen Büchlein an und wir gehen spazieren, das ist auch etwas sehr Tolles.

Mögen Ihre Kinder auch so gern Musik wie Sie?

Bei meinem Sohn, da weiss ich es, er ist zwei Jahre alt und mag sehr gerne Musik, das merke ich schon, er geniesst es. Und meine Tochter, die hört zu – sie ist jetzt sieben Monate alt und mag Musik auch. Ich finde prinzipiell mag man Musik einfach.

Vielen Dank für das Interview!

Weiterführender Link: http://www.steveruft.ch/#band

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