Ski Alpin als Risikosport – Schockierende Ereignisse zu Beginn der Skisaison 2017/18

Viviane Bartl

Am 13.11. erschreckte die Nachricht vom Tod des alpinen Abfahrers, David Poisson, der im Abfahrtstraining in Kanada tödlich verunglückte, die Rennszene und die skisportbegeisterte Bevölkerung. Nur wenige Wochen später, Anfang Dezember, wird neuerlich von einem Todesfall beim Abfahrtstraining der Herren in Lake Louise die Sportwelt berichtet: Max Burkhart, ein 17 jähriges deutsches Nachwuchstalent, durchschneidet mit seinen Skikanten die Fangnetze und stirbt an seinen schweren Unterleibsverletzungen.

Wie immer nach solchen Ereignissen stellt man sich die Frage, ob der Skirennsport ein Risikosport ist, für Rennläufer und gleichermassen für den Freizeitskifahrer.

Im Bereich der Profis, also im alpinen Spitzensport, wurden viele präventive Massnahmen auf der Strecke und bei den Athleten selbst verpflichtend, damit das Unfallrisiko reduziert werden kann. Die Athleten absolvieren bereits im Rahmen der Trainings und Rennvorbereitungen vielfältige Übungen, um geeignete Sturztechniken einzuüben bzw. Vermeidungsstrategien zu erlernen, um im Fall eines Sturzes „richtig“ zu fallen. Neben Sturzhelm, Rückenpanzer und Protektoren in den Rennanzügen  gibt es nicht mehr viel, um potentielle Verletzungen bei einem Sturz zu minimieren.

Die Sicherheitsverantwortlichen und technischen Delegierten des FIS investierten in den letzten Jahren viel Geld und modernste Technik, um die Rennstrecken so sicher wie möglich zu machen. So sind bei Abfahrtsrennen 3-fach Netzabsperrungen Standard, Sprünge und enge Kurven werden während der Trainings genau beobachtet, um zu sehen, wie sicher die Fahrer an diesen Stellen unterwegs sind bzw. wie viele Stürze es gibt.

Trotzdem sind Stürze nicht zu vermeiden und risikoreiche, prickelnde Abfahrtsstrecken sind für die Rennfahrer und die Zuschauer wichtig, denn nur so bleiben die Rennen attraktiv. Nur wenn es an die Grenze des menschlich Machbaren geht, sind die Rennen bei Sponsoren und Zuschauern beliebt und die Athleten riskieren ihr Leben, um mit den entsprechenden Preisgeldern ihre aufwendigen Trainings zu finanzieren.

Im alpinen Freizeitsport passieren die Skiunfälle meist ganz früh morgens, wenn die Leute noch nicht warm sind oder am späteren Nachmittag gegen Abend, wenn die Skifahrer müde und unkonzentriert sind. Manchmal auch, weil sie mit falschem Material unterwegs sind, d.h. mit Ski und Skischuhen, die nicht ihrem Können entsprechen. Auch Übermut in der Gruppe, Unterschätzen der Situation im Skigebiet, d.h. Steilheit des Geländes und Alkohol können das Unfallrisiko beträchtlich steigern.

Meist ist die Kombination aus Geschwindigkeit, vereistem Pistenuntergrund und Nicht-Lösen der Skibindung die Ursache für schwere Knie-, Rücken- und Schulterverletzungen. Kommen dann noch Kopfverletzungen dazu, ist ein schneller Heilungsprozess meist ausgeschlossen.

Weil auch kleine Fehler schon zu schweren Unfällen und Verletzungen führen können, sollte man als Sportler vor allem auf sein Bauchgefühl hören und im Bedarfsfall das Rennen auf Sicherheit fahren. Im Zweifel ist die Gesundheit gegenüber beeindruckenden Hochglanz-Bildern im Fernsehen und in der Zeitung vorzuziehen.

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