{"id":3161,"date":"2019-03-10T13:40:17","date_gmt":"2019-03-10T12:40:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=3161"},"modified":"2019-03-10T13:43:58","modified_gmt":"2019-03-10T12:43:58","slug":"was-bedeutet-es-juedisch-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=3161","title":{"rendered":"Was bedeutet es, j\u00fcdisch zu sein?"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Bianca Segal (4b)<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Was bedeutet das, j\u00fcdisch zu sein? F\u00fcr manche ist es eine Religion, f\u00fcr andere eine Kultur, nach der man sein Leben lebt und strikte Regeln und Gesetze einh\u00e4lt, die den Alltag bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Heutzutage trifft das aber auf immer weniger Juden zu. F\u00fcr die meisten ist das J\u00fcdischsein zu einer Zugeh\u00f6rigkeit geworden zu einer Gemeinschaft, die f\u00fcr dich da ist, eine Volkszugeh\u00f6rigkeit, die dir klarmacht, dass du nie v\u00f6llig allein bist. Dieses Gef\u00fchl der Zugeh\u00f6rigkeit entstammt grossteils davon, dass das Judentum mit 16 Millionen die kleinste der vier grossen Weltreligionen ist. Als Vergleich: Das Christentum hat 2.26 Milliarden Mitglieder, der Islam 1.5 Milliarden, der Hinduismus 900 Millionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im modernen Judentum gibt es dabei vor allem drei Hauptrichtungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erste und auff\u00e4lligste Gruppe sind die orthodoxen Juden, welche zwar nur eine kleine Minderheit darstellt, daf\u00fcr aber leichtesten zu erkennen ist:  durch ihre grossen H\u00fcte, Kippas und langen schwarzen Anz\u00fcgen. Sie halten sich streng an die Vorschriften, beispielsweise essen sie koscher und bem\u00fchen sich nicht nur \u00fcber das Wort Gottes weiter zu lernen, sondern auch diese Erkenntnisse anderen weiterzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zweite Gruppe sind die liberalen Juden, welche sich zwar an die Vorschriften halten, diese aber auch ab\u00e4ndern und anpassen. Als Beispiel gibt es Gleichberechtigung in der Synagoge und auch Frauen d\u00fcrfen aus der Torah (Glaubensbuch) vorlesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte Gruppe sind die Reformjuden. Sie gestalten ihre Gottesdienste sehr modern, singen gemeinsam und haben als einzige Rabbinerinnen (Priesterinnen).<\/p>\n\n\n\n<p>Diese drei Gruppierungen sind zwar in vielen Aspekten\nverschieden und doch werden sie durch die Grundgesetze des j\u00fcdischen Glaubens\nvereint.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier sind die wichtigsten: Es gibt nur einen Gott, den Sch\u00f6pfer des Himmels und der Erde. Jeder soll nach der Torah leben, denn sie ist die lebenslange Lehre und Weisung zum Handeln. Und alle sollen den Schabbat, den siebten Wochentag, einen Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll, heiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben dem Schabbat gibt es im j\u00fcdischen Glauben noch andere wichtige Feste.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigsten f\u00fcr die junge Generation sind die Bat &amp; Bar Mitzwa. Das ist das Fest, bei dem ein Kind die Religionsm\u00fcndigkeit erreicht und als erwachsen genug angesehen wird, um \u00fcber seine Religionszugeh\u00f6rigkeit selbst zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Jungs ist das die Bar Mitzwa mit 13 Jahren, bei\nM\u00e4dchen die Bat Mitzwa mit 12 Jahren. Das Ganze ist eine grosse Angelegenheit, bei\nder das Kind aus der Torah vorliest, die Tefillin (Lederkapseln mit\nTorah-Stellen beschrieben, welche an Hand und Kopf befestigt werden) anlegt und\nGebete gesprochen werden. Am Abend oder am n\u00e4chsten Tag wird dann ein grosses\nFest veranstaltet, oft mit hundert G\u00e4sten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderes grosses Fest ist Hanukkah, bei dem man w\u00e4hrend 8 Tagen eine Kerze an der Hanukkiah, einem Leuchter mit 8\/9 Armen, anz\u00fcndet und welches an die Wiedereinweihung des Tempels 164 v. Chr. in Jerusalem erinnert.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber das wom\u00f6glich wichtigste Fest ist Pessach, ein Familienfest, das an den Auszug aus \u00c4gypten, also die Exodus-Geschichte, erinnert. Das Fest selbst geht sieben Tage lang, doch der wichtigste Moment ist der Sederabend, an dem alle in die Synagoge gehen, danach sich in der Familie besammeln und zusammen ein klar strukturiertes Abendmahl einnehmen und jeweils die passenden Gebete sprechen. Bei diesem Mahl werden auch vier Becher Wein getrunken, einen f\u00fcr Freiheit, einen f\u00fcr Frieden, einen f\u00fcr Hoffnung und den letzten f\u00fcr Jerusalem.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Spruch \u00abN\u00e4chstes Jahr in Jerusalem\u00bb oder \u00abin Israel\u00bb wird oft bei j\u00fcdischen Festen und Veranstaltungen gesagt, aber wieso?<\/p>\n\n\n\n<p>Der israelische Staat wurde am 14. Mai 1948 gegr\u00fcndet und ist der Nationalstaat des J\u00fcdischen Volkes. Es ist auch der einzige Staat, in dem Juden die Bev\u00f6lkerungsmehrheit ausmachen. Obwohl der Staat Israel ein kontroverses Thema ist, bedeutet seine Existenz f\u00fcr Juden auf der ganzen Welt Hoffnung. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und wie steht die Schweiz bez\u00fcglich des Themas Judentum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Schweiz leben etwas mehr als 20&#8217;000 Juden und von diesen fast die H\u00e4lfte in Z\u00fcrich-Enge. Das heisst, dass Juden 0.4% der Schweizer Bev\u00f6lkerung ausmachen und die Schweiz somit die 10. gr\u00f6sste j\u00fcdische Gemeinde Europas ist. <\/p>\n\n\n\n<p>In Basel befindet sich auch das J\u00fcdische Museum der Schweiz, welches im Jahr 1966 er\u00f6ffnet wurde und somit das erste j\u00fcdische Museum des deutschsprachigen Raums nach dem 2. Weltkrieg darstellt. <\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re sicher lohnenswert, dem Museum einen Besuch abzustatten, wenn man mehr \u00fcber diese alte und interessante Religion und Kultur erfahren will.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.juedisches-museum.ch\/de\/\">http:\/\/www.juedisches-museum.ch\/de\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Bianca Segal (4b) Was bedeutet das, j\u00fcdisch zu sein? F\u00fcr manche ist es eine Religion, f\u00fcr andere eine Kultur,<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":3162,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false},"categories":[20],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.stiftsforum.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/star-of-david-458372_960_720.jpg?fit=960%2C640&ssl=1","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9nzRF-OZ","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[{"id":6534,"url":"https:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=6534","url_meta":{"origin":3161,"position":0},"title":"Schabbat Shalom! 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