{"id":4267,"date":"2021-03-02T11:47:38","date_gmt":"2021-03-02T10:47:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=4267"},"modified":"2021-03-02T15:57:18","modified_gmt":"2021-03-02T14:57:18","slug":"50-jahre-frauenstimmrecht-sind-dies-auch-50-jahre-gleichberechtigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=4267","title":{"rendered":"50 Jahre Frauenstimmrecht &#8211; sind dies auch 50 Jahre Gleichberechtigung?"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Samuel Tanner, 6a<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Im Jahr 1971 stimmten die Schweizer M\u00e4nner, mittels Volksabstimmung, ab, ob die Frauen ein Mitspracherecht in der Politik erhalten sollen. Die Abstimmung wurde knapp angenommen und die&nbsp; Schweiz erm\u00f6glichte es Frauen somit, als eines der letzten L\u00e4nder Europas, zum ersten Mal seit Gr\u00fcndung der Eidgenossenschaft im Jahr 1291 ein Mitspracherecht in der Politik zu erhalten sowie die M\u00f6glichkeit zu haben, f\u00fcr Sitze im nationalen, kantonalen oder kommunalen Parlament kandidieren zu k\u00f6nnen. Die Abstimmung fiel aus heutiger Sicht erstaunlicherweise sehr knapp aus und wird nichtsdestotrotz oft als gr\u00f6sster Schritt zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau anerkannt. Doch sind die letzen 50 Jahre seit Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts wirklich 50 Jahre Gleichberechtigung?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie weit geht das Umdenken?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts fand in der Schweizer Gesellschaft gezwungenermassen ein Umdenken statt. W\u00e4hrend bis 1971 Frauen in der Regel \u00abHausfrauen\u00bb waren, wurde ihnen mit dem Schritt in die Politik auch der Schritt in die Arbeitswelt erm\u00f6glicht. Es war nicht mehr ganz so selbstverst\u00e4ndlich, dass die Frau die Hausarbeiten erledigt und sich um die Kinder k\u00fcmmert, w\u00e4hrend der Mann arbeiten geht und sich mit der Politik befasst. Dieses Umdenken, haupts\u00e4chlich in der m\u00e4nnlichen Gesellschaft, ist aber noch lange nicht bei allen angekommen und aus den Augen vieler Frauen, und jeh l\u00e4nger desto mehr auch M\u00e4nnern, reicht das Mitspracherecht in der Politik bei Weitem nicht aus, um als gleichberechtigt angesehen zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritische, prim\u00e4r m\u00e4nnliche und b\u00fcrgerliche Stimmen \u00e4ussern sich hierbei mit der Aussage dazu, dass Frauen das Stimmrecht mittlerweile als zu selbstverst\u00e4ndlich ansehen w\u00fcrden und sie ein wenig mehr Dankbarkeit zeigen sollen, denn schliesslich h\u00e4tten es ihnen die M\u00e4nner ja erm\u00f6glicht besagtes, politisches Mitspracherecht zu bekommen. Und zudem sei die Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts der Beweis f\u00fcr die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.<br>Diese Aussage stimmt zwar insofern, dass es tats\u00e4chlich die M\u00e4nner waren, die den Frauen das Stimmrecht mittels Volksabstimmung erm\u00f6glicht haben. Dass es zahlreiche Studien, Fakten, Beweise und Aussagen gibt, die aufzeigen, dass Mann und Frau noch lange nicht gleichberechtigt sind, ist f\u00fcr besagte Stimmen meist von nebens\u00e4chlicher Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie s\u00e4he die Schweiz aus, wenn nur die Frauen abstimmen k\u00f6nnten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der Arbeitswelt zeigt sich diese Ungleichheit zwischen Mann und Frau zum Beispiel durch den sogenannte \u00abGender-Pay-Gap\u00bb. Der Gender-Pay-Gap beschreibt die unterschiedliche finanzielle Entsch\u00e4digung zwischen Mann und Frau, wobei der Mann f\u00fcr die gleiche Arbeit im Durchschnitt einen h\u00f6heren Lohn bekommt als die Frau. Ein anderes Beispiel f\u00fcr diese Ungleichheit w\u00e4re das umstrittene Thema des Vaterschaftsurlaubes. Zwar wurde letztes Jahr mittels Volksabstimmung eine nationale Mindestgrenze von zwei Wochen Vaterschaftsurlaub genehmigt, jedoch erm\u00f6glicht dies Frauen noch immer nicht arbeiten zu k\u00f6nnen. Denn wenn ein Ehepaar ein Kind m\u00f6chte, muss die Frau, falls der Mann nicht teilzeit arbeiten kann, auf einige Jahre in der Berufswelt verzichten. Laut einem Artikel der \u00abRepublik\u00bb von vergangener Woche sind es die M\u00e4nner, die hier im Weg zu einer guten und gemeinsamen L\u00f6sung stehen. Der Artikel der \u00abRepublik\u00bb spielt mit dem Gedankenspiel, wie die Schweiz auss\u00e4he, wenn nur Frauen abstimmen k\u00f6nnten. Nebst strengeren Regulationen f\u00fcr Tierversuche und mehr Umwelt- und Naturschutz g\u00e4be es in der Schweiz, ohne m\u00e4nnliche Stimmbeteiligte, bereits kantonal finanzierte Kinderkrippen. Diese Kinderkrippen w\u00fcrden es den Frauen erm\u00f6glichen, eine weniger lange Auszeit nehmen zu m\u00fcssen und schneller in die Berufswelt zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Doch dieses Gedankenspiel ist im Moment noch eine Utopie. <br><br>Gleichberechtigung f\u00e4ngt f\u00fcr viele Frauen in der Politik an und das nicht ohne Grund. Doch auch in der Politik sind Schweizerinnen noch nicht gleichberechtigt. Dies zeigt sich unteranderem durch eine neue Statistik der JUSO des Kanton Z\u00fcrichs. Diese Statistik zeigt auf, dass im Kantonsrat Z\u00fcrich die durchschnittliche Redezeit von Frauen um ein Vielfaches unter der durchschnittlichen Redezeit von M\u00e4nnern liegt. Nicola Sigrist, JUSO Vizepr\u00e4sident und Kantonsratsmitglied f\u00fcr die SP, hat sich dazu im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch mit der Aussage, dass diese Statistik vor allem an den b\u00fcrgerlichen Parteien l\u00e4ge, ge\u00e4ussert. Diese Aussage wird ebenfalls durch den oben erw\u00e4hnten Artikel der \u00abRepublik\u00bb gest\u00e4rkt. Die \u00abRepublik\u00bb zeigt in ihrem Artikel eine ganz klare links-gr\u00fcn Tendenz auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Schweiz mit der Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts einen grossen, ersten Schritt in Richtung Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gemacht hat, sind Frauen in der Schweiz noch lange nicht gleichberechtigt. Sei dies in der Politik, in der Wirtschaft oder einfach zu Hause. Um dem entgegenzuwirken werde ich als Teil des \u00abUnterst\u00fctzungskollektivs f\u00fcr den feministischen Streik\u00bb am 14.Juni 2021 am Frauen*streik teilnehmen in der Hoffnung meinen Kindern ein Leben voller Gleichberechtigung erm\u00f6glichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Samuel Tanner, 6a Im Jahr 1971 stimmten die Schweizer M\u00e4nner, mittels Volksabstimmung, ab, ob die Frauen ein Mitspracherecht in<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4277,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false},"categories":[3],"tags":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i2.wp.com\/www.stiftsforum.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/man-101001_1920.jpg?fit=1920%2C1357&ssl=1","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p9nzRF-16P","jetpack_likes_enabled":true,"jetpack-related-posts":[{"id":4827,"url":"https:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=4827","url_meta":{"origin":4267,"position":0},"title":"Justizinitiative - Demokratiegewinn durch Losverfahren?","date":"November 23, 2021","format":false,"excerpt":"von Noah Camenzind (6c) Bei den R\u00f6mern hiess es noch \"alea iacta est.\" Heute w\u00fcrde dies der gefallene Hammer im Gerichtssaal symbolisieren: Die W\u00fcrfel sind gefallen. 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