{"id":4811,"date":"2021-11-21T15:44:53","date_gmt":"2021-11-21T14:44:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=4811"},"modified":"2021-11-21T16:17:41","modified_gmt":"2021-11-21T15:17:41","slug":"ich-habe-keine-angst-mehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stiftsforum.ch\/blog\/?p=4811","title":{"rendered":"Ich habe keine Angst mehr"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Der Text wurde f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung anonymisiert. <\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Angst ist ein Begriff, der mich vier Jahre lang immer und \u00fcberall hinbegleitete. Angst kommt vom griechischen Wort &#8220;agchein&#8221;, das soviel bedeutet wie &#8220;w\u00fcrgen&#8221; oder &#8220;die Kehle zuschn\u00fcren&#8221;. Auch im Duden wird Angst als Bedr\u00fcckung oder ein eingehender Gef\u00fchlszustand beschrieben. Und genau so f\u00fchlt es sich auch an. Meine \u00c4ngste hatten die \u00dcberhand \u00fcber mich und ich verlor die Kontrolle. F\u00fcr lange Zeit sah ich keinen Ausweg aus meiner Situation, doch ich konnte sie besiegen.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Ende der sechsten Klasse wurde ich stark mit verbalem Mobbing und konkret mit Cybermobbing konfrontiert. Anfangs st\u00f6rte es mich nicht sehr. Doch als ich merkte, wie ich mich immer mehr zu einer Person entwickelte, die ich selbst nicht sein wollte und \u00c4ngste aufkamen, die ich so nicht kannte, wusste ich, dass es so nicht mehr weitergehen konnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das erste Mal traten meine \u00c4ngste an meinem ersten Schultag am Gymnasium auf. &nbsp;Sie kamen nicht in Form von sozialen \u00c4ngsten oder einer Hypochondrie, sondern sie zeigten sich mehr durch ein Gef\u00fchl der Belastung und zwanghafte Verhaltensweisen. Doch ich versuchte sie immer mit aller Macht zu meiden und verdr\u00e4ngte sie immer mehr. Bald konnte ich nicht mehr alleine raus, da mich st\u00e4ndig das Gef\u00fchl \u00fcberkam, dass mir etwas zustossen k\u00f6nnte. Mein Herz raste wie verr\u00fcckt, wenn ich morgens aufstehen musste, um zur Schule zu gehen. Abends blieb ich eine Stunde l\u00e4nger wach, nur um meinen Vorhang perfekt zu richten. Ich verlor den Boden unter den F\u00fcssen und war unf\u00e4hig einen klaren Gedanken zu fassen. <\/p>\n\n\n\n<p>Lange Zeit sch\u00e4mte ich mich f\u00fcr meine \u00c4ngste. Sie schr\u00e4nkten mich in allem, was ich tat ein, und die banalsten Alltagssituationen wurden zum Horror. Ich f\u00fchlte mich alleine und von der Gesellschaft nicht akzeptiert. Es kam mir vor, als w\u00e4re ich in ein tiefes Loch gefallen, aus dem mir niemand raushelfen kann und das kein Ende findet.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Was mir in dieser Situation am meisten Halt gab, war meine Familie. Auch wenn ich mich nicht verstanden f\u00fchlte, vermittelten sie mir immer eine gewisse Sicherheit, f\u00fcr mich da zu sein. Auch mein christlicher Glaube war f\u00fcr mich in dieser Zeit eine grosse St\u00fctze und ein Hoffnungstr\u00e4ger. Die Einschr\u00e4nkungen und gesundheitlichen Auswirkungen meiner \u00c4ngste breiteten sich jedoch&nbsp;so stark aus, dass ich wusste: &#8220;Ich brauche professionelle Hilfe&#8221;.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber zwei Jahre lang besuchte ich eine Psychologin und las B\u00fccher \u00fcber Angstbek\u00e4mpfung. Immer mehr merkte ich, wie ich von dieser dazu gezwungenermassen pessimistischen Person wieder zu meiner optimistischen Art zur\u00fcckfand und auf einem begleitenden Weg wieder zu mir selbst wurde. Mittlerweile kann ich offen \u00fcber das Thema sprechen und meine Gef\u00fchle auch mit anderen teilen. Abschliessen konnte ich mit meinem Trauma jedoch erst, als ich meine Maturaarbeit geschrieben habe. Darin berichte ich \u00fcber mein Umgehen mit Mobbing, die daraus entstandenen \u00c4ngste und verarbeitete meine Gef\u00fchle in einem Lied.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4ngste k\u00f6nnen, sofern man sie \u00fcberwinden konnte,  jedoch nicht nur negativ sein. Das Gef\u00fchl, das man hat, nachdem man seine \u00c4ngste besiegt hat, erf\u00fcllt einen mit Stolz und gibt einem Kraft, auf seinem Lebensweg weiterzugehen. Durch die Verarbeitung meiner \u00c4ngste lernte ich zu verzeihen und entwickelte mich zu der Person, die ich jetzt bin. Eine selbstbewusste, starke, junge Frau, die ihren Weg geht und sich nicht mehr so leicht von ihrem Ziel abbringen l\u00e4sst. Auch hat es mir neue T\u00fcren zu meiner Zukunft ge\u00f6ffnet. Ich will Psychologin werden und durch meine Erfahrungen weiteren Menschen die M\u00f6glichkeit geben, sich zu \u00fcberwinden und sagen zu k\u00f6nnen: &#8220;Ich habe keine Angst mehr&#8221;!\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Text wurde f\u00fcr die Ver\u00f6ffentlichung anonymisiert. 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